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Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Senne

An(ge)dacht 63/2021

Liebe Christinnen und Christen in der Senne!

Der Monatsspruch für den Monat Juli nimmt uns mit auf einen Marktplatz in die heutige griechische Hauptstadt, nach Athen. Dort lieferte sich damals der Apostel Paulus ein Wortgefecht mit Männern aus den beiden damaligen großen Philosophenschulen, den Stoikern und Epikureern, als er das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung verkündete. In seiner Missionsrede bezeugt und bekennt Paulus gegenüber seinen philosophisch gebildeten Gegnern im 17. Kapitel der Apostelgeschichte, Verse 27 und 28: "Fürwahr, Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir."

Mit der Ferne und der Nähe ist das ja so eine Sache in diesen Tagen, in welchen wir ja immer noch im Kampf gegen die Pandemie stecken: Sollen wir doch Abstand und Distanz auch zu den Menschen halten, mit denen wir verbunden und denen wir vertraut sind. Ja, in der räumlichen Ferne sollen wir bleiben, auch mit den Menschen, die uns innerlich nah sind. Das ist und bleibt eine große Herausforderung in diesen Tagen und verlangt viel von uns ab.

Und wie steht es mit der Aussage des Paulus, dass Gott nicht fern von uns sei? Können wir diese Verheißung nachsprechen? Der Liedermacher Udo Lindenberg hat einmal in einem
Lied gedichtet: "Gott hat den Himmel zugemacht; ist abgereist ist ganz weit weg und kümmert sich nen Dreck!" Fühlen wir uns in diesen Tagen nicht auch manchmal alleine und gottverlassen, wenn denn Gott "die Alles bestimmende Wirklichkeit" (Bultmann) für uns Christenmenschen ist?

Aber schon die Bibel selbst berichtet und kennt solche Erfahrungenh; heißt es doch beim Propheten Jeremia im 23. Kapitel, Vers 23: "Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?" Und auch im Neuen Testament stirbt Jesus ja am Kreuz mit dem lauten Ruf: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Mk. 15,34).
Aber natürlich gibt es neben solchen Aussagen und Erfahrungen auch die Verheißung Jesu Christi: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" (Matth. 28,20).
Dieses Nahe-Sein Gottes können wir erfahren, wenn wir auf Jesus Christus hören, von ihm reden und in seinem Geist zu wirken versuchen: "Denn das Wort und die Sakramente sind die Mittel, durch welche der Heilige Geist geschenkt wird. Er wirkt den Glauben, wo und wann es Gott gefällt, in denjenigen, welche das Evangelium anhören", heißt es im 5. Artikel der Confessio Augustana von 1530, der bedeutendesten protestantischen Bekenntnisschrift

Liebe Gemeinde! Lassen Sie in diesen nicht einfachen Zeiten immer wieder das Wort Christi reichlich unter uns wohnen, damit auch wir in die Erfahrung und Verheißung des Apostels einstimmen können: "Fürwahr, Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns."

Pfarrer Georg Mikulski

Impulse zum Wochenspruch

Andachten für die Zeit ohne Präsenzgottesdienste

Die Jahreslosung 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lukas 6,36